viel zu klein für die neuen schuhe.

von billymilja

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die zeit hat etwas wartendes, wie im

sommer der himmel vor dem gewitter, ich

schlafe immerzu aber es ist ein

unruhiger, traumloser schlaf, manchmal brauche ich

morgens fünf sekunden, um mich zu orientieren, dein

gesicht an der wand ist surreal und fühlt sich

komisch an, du bist doch noch da oder eben nicht mehr, sondern

anders da als früher, das wird nicht mehr dein

gesicht und dein blick sein, jedes mal wenn mir das in den

sinn kommt, wende ich mich ab und stürze mich in gedanken

anderswohin, ich renne wie eine verrückte, nur um nicht an

diesen moment zurückzugelangen, damals, ich ganz allein mit

all dieser scheisse und klein, viel zu klein für die neuen

schuhe, alles fühlt sich an wie ein riesiges déja-vu von damals, ich

verdränge das, obwohl ich weiss, dass man das eigentlich nicht

tun sollte, ich versuche, dieses bild zu vergessen von dir, das

letzte, obwohl das dazugehört, es war die

erkenntnis, die letzte bestätigung aber als ich sie vor mir

sah, ertrug ich sie trotzdem nicht, geweint habe ich erst

draussen wieder, nicht vor dir, nie vor

dir, die

zeit hat etwas wartendes, wie im sommer der

himmel vor dem gewitter, ich weiss nicht, auf

was ich warte, himmel oder hölle, beides

gleichzeitig, du hättest gesagt, mach dir

nicht so viele gedanken kleines, und genau das

ist vermutlich das problem, dass du das gesagt

hättest, dass du nicht mehr sagst, verstehst du?

29/01/2017

(„after laughter comes tears“)

© Sibyl Kurz