damals, später, immer.

von billymilja

damals, wind aus dem osten, wieso

kann nichts jemals für immer bleiben, du

lachst, deine augen auch, das ist das

leben rufst du, du hast nicht verstanden, wie

tragisch das für mich war, vielleicht aber doch und

hast dir nichts anmerken lassen, später, viel

später, draussen dunkel und immer noch wind, hast du

gesagt, deswegen müssen wir unsere hände um

alles legen was wir brauchen, ich spüre deine

hand noch immer auf meinem haar, auf meine

frage, woher man wisse, was man zum leben

braucht, hast du mit den schultern gezuckt und dein

typisches gesicht für so situationen gemacht, als du

geschlafen hast, habe ich ab und an vorbeigeschaut, ob du noch

atmest, ich brauchte das, dass du neben mir im

zimmer schliefst, alt und müde, auch die

tage mit dir brauchte ich und diese momente, an die man sich

nach einer weile nicht mehr so genau erinnern kann, die

klugen dinge, die du mehr beiläufig als bewusst gesagt hast, all das

brauchte ich aber ich habe dir das nie gesagt, ich habe dich

gefragt damals, wie die dinge wissen, dass man seine

hände um sie gelegt hat, wie können sie das

wissen und du hast in deinen kaffee gestarrt und

gesagt, das werden sie schon merken, sie

werden das wissen, kleines, die sind ja nicht blöd, ganz im

gegenteil.

ich habe dich nicht gefragt, was du genau damit

gemeint hast damals, ob das einfach eine deiner

seltsamen äusserungen war, ob du gewusst hast, wie

wichtig das war für mich, aber ich hoffe du weisst, dass ich

meine hände um dich gelegt habe, um uns, weil ich das

brauche, weil ich brauche, dass das für immer bleibt, ich

hoffe du hast das gemerkt, du bist ja nicht

blöd, ganz im gegenteil.

24/01/2017

© Sibyl Kurz