so lange her.
von billymilja

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die hitze legt sich zwischen den dächern schlafen, für einen
kurzen moment ist alles ganz still, ab und an das
zirpen einer grille und das dumpfe brausen des
verkehrs in der entfernten stadt, jemand wischt auf seinem
vorplatz etwas zusammen, ich denke an deine
alten hände und versuche, all das gute zu glauben, das du
jemals zu mir gesagt hast aber irgendwie hat sich das
licht geändert, in dem du stehst, du warst das zentrum, du warst
mitten in meinem herz aber nun plötzlich etwas ver-rückt, also von deinem
platz weggerückt, und ich weiss nicht genau, was ich mit
dieser tatsache anfangen soll, normalerweise hätte ich so
getan, als würde mir das alles gar nicht so viel ausmachen, ich hätte mit den
schultern gezuckt und ein undefinierbares gesicht dazu gemacht, aber bei dir
gelingt es mir irgendwie nicht, die maske funktioniert nicht, weil
masken trägt man nach aussen, weisst du, nach innen
gibt es keine und du warst doch mitten drin, immer, ich kann dich nicht
hergeben, selbst jetzt nicht.
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die hitze legt sich zwischen den dächern schlafen, für einen
kurzen moment ist alles ganz still und
manche dinge ergeben erst viel später einen sinn.
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31/08/2015
(I love you very much.)
©Sibyl Kurz