ganz zum schluss.
von billymilja

–
über die weisse und flimmernde stadt schauen und
nichts denken, es gelang mir nicht so wirklich, die hitze war
schwer und träge und einen tag nach meiner ankunft kam die
traurigkeit zurück und mit ihr das bild deines
gesichts mit all seiner heftigkeit, der geruch von
diesem kleinen und stickigen zimmer und diese
seltsame panik beim gedanken daran, dich
niemals wieder zu sehen, ich
weiss, dass es dir gut geht oder vielleicht auch einfach
gar nicht mehr geht, weil das an deinem ort jetzt keine so
wirkliche rolle mehr spielt, aber das ist in
ordnung, also, dass ich eine weile brauchen werde, um mit
diesem bruch klarzukommen, du hast mein
leben in ein vor dir und nach dir geteilt und
irgendwann wird auch das in ordnung sein, ich
weiss das, ich weiss nur nicht, wie ich
jemals an diesen punkt gelangen soll, ich
weiss nur, dass weggehen daran nichts ändert, wir
haben das selbst immer gesagt, also, dass
wegfahren dir nur einen kleinen vorsprung gibt, aber dass dich
alles wieder einholt, irgendwann, wie
oft haben wir darüber auch gelacht, über diesen
naiven gedanken, aber vielleicht ist das diese
ironie des lebens, von der du immer gesprochen hast und die ich
nie so wirklich in irgendeiner art greifen konnte, also, dass das
leben dir das herz mit deinen eigenen
witzen bricht, ganz zum schluss.
–
11/06/2017
–
„du wirsch vergässe, sibyl, und
das isch das wo di rettet im läbe,
immer, weisch?
du wirsch vergässe, wie sech das agfüeut het,
jez hie, so allei und verlore, mini chlini.“
©Sibyl Kurz