präludium XII.

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es gibt guten schmerz und schlechten schmerz, der

schlechte schmerz kommt abends und hüllt sich um die

dinge, er hat viel mit reue und verpassten gelegenheiten zu

tun, mit den dingen, die ich dich so gern noch gefragt oder

dir gesagt hätte, aber nie den mut oder die zeit dafür hatte. der

gute schmerz legt sich über die dinge von dir, deine bilder und

geschichten, er hat mit vermissen zu tun und so viel mit liebe.

dein kleiner ganesha sitzt immer noch auf meinem klavier, er ist

klein und dick und angenehm schwer in der hand, ich sehe diesen

tag bis heute vor meinen augen, wie du ihn aus deiner schublade geholt

und ihn gemustert hast, wie du gelächelt hast und ihn mir entgegengestreckt

hast, er sass in meiner hosentasche bis ich mir mein erstes klavier kaufte, er

würde glück bringen und gutes gelingen, hast du gesagt, du hättest ihn

geschenkt bekommen auf einer deiner uhrenreisen, der mann, welcher ihn dir

gegeben hat, hätte gemeint, ein ganesha wäre für wohlstand aber das würde ich

nicht brauchen im leben, wer zur hölle braucht wohlstand, hast du gerufen und

gelacht, damals habe ich noch nicht wirklich viel davon verstanden, aber

er sass die ganze zeit in meiner hosentasche und heute auf meinem klavier.

es gibt guten schmerz und schlechten schmerz, der

schlechte schmerz kommt abends und hüllt sich um die

dinge, er hat viel mit reue und verpassten gelegenheiten zu

tun, mit den dingen, die ich dich so gern noch gefragt oder

dir gesagt hätte, aber nie den mut oder die zeit dafür hatte. der

gute schmerz legt sich über die dinge von dir, deine bilder und

geschichten, er hat mit vermissen zu tun und so viel mit liebe.

die geschichte vom kleinen ganesha und wie er auf meinem klavier gelandet ist, ist guter schmerz.

dass du nicht weisst, wieviel er mir bedeutet, ist schlechter schmerz.

let that sink for a while.

21/01/2018

©Sibyl Kurz