billymilja

liebe, blattläuse und poesie.

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[november, der]

wo soll ich hin? wer will ich sein? welche gedanken sind neu? wann werde ich über diese zeit nachdenken und lachen, weil ich es so viel besser werden wissen können? welche dämonen werden bleiben? und was sagt mir das über mich? wie lange wird die stille bleiben? was kann ich dagegen tun? ist champagner genug oder wieso fühlt sich das ganze so seltsam an? wenn zurück kein ausweg ist, wie viele tatsächliche optionen bleiben dann wirklich noch? was soll ich mit dem allem hier anfangen? wo abschliessen? wird es besser werden? und wie soll dieses besser aussehen, schmecken, sich anfühlen? was anfangen mit dieser lücke und all den momenten, die du mal warst? wann beginnt der wiederaufbruch? und woher soll ich wissen können, was ich mitnehmen muss, was ich brauchen werde, was ich loslassen muss? und überhaupt wo soll ich hin? wer will ich sein? und was ist mit dir?

21/11/2017

©Sibyl Kurz

damals mit dir.

Version 2

das goldene herbstlicht, das du so gemocht hast, dein

spiegelbild auf der wasseroberfläche und deine

silhouette im wind, immer wieder auch deine

stimme und die berührung deiner hände, das war

vielleicht das

einzig wahre, das mit dir, ein

bier im sonnenuntergang und deine

füsse so cool auf dem tisch im garten, deine

blauen augen und dein grinsen, die

tatsache, dass du bis kurz vor deinem

ende nie wirklich ein alter hattest, weil das für

alte leute war, du hast so vielen menschen auf so

viele arten im leben gezeigt, wie unwichtig ihr

urteil war, du hast einfach dein ding durchgezogen und mir schon bei

meinem ersten job gesagt, kleines, die welt ist voller

menschen, die dir das gefühl geben wollen, dass du

klein und nichts wert bist, dein

erfolg wird immer das einzige sein, was dich

schützt, hörst du, dich besitzt niemand in dieser welt, schreib das

auf und sorg dafür, dass du es niemals vergisst, das

goldene herbstlicht, das du so gemocht hast, dein

spiegelbild auf der wasseroberfläche und deine

silhouette im wind, es kommt aus dem nichts und immer von

hinten links aus einem totgeglaubten winkel, das

gefühl von damals mit dir.

21/10/2017

„es geit scho wahnsinnig schnäu verbi, die

zyt. emu wede zruggluegsch.“

©Sibyl Kurz

heute immer noch.

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immer noch eine

kerze und ein geflüstertes happy birthday für dich, immer noch

irgendwo das bild deines gesichts, das mehr und

mehr verblasst, immer noch deine silhouette an

manchen tagen, der schatten deines verlusts hat sich so

lange über mein leben gelegt, die

angst sich zwischen meinen schulterblättern schlafen gelegt, ich

konnte sie nicht abschütteln und verstand nicht wieso, dich

loszulassen war vielleicht das schwierigste überhaupt, die

erleichterung danach aber auch die

grösste überhaupt, der schmerz ging nie ganz weg, aber auch

das ist ganz okay so wie es ist, dich zu

verlieren hat mir die erdenklich grösste lektion erteilt, nämlich dass

leere nicht immer sofort gefüllt werden soll, manche lücken

lücken bleiben müssen damit man sie wirklich verstehen kann, es

dinge gibt, die keine erklärung brauchen, weil die

erklärung mit der zeit ganz von alleine kommt, ich hab dich

oft vermisst aber trotzdem irgendwo in mir immer gewusst, dass

alles seinen sinn bekommt, es hat sich so einiges

geändert seit du nicht mehr hier bist, gott sei dank bin ich

10 jahre älter geworden, auch innen drin, trotzdem immer noch die

grosse frage, was aus dir geworden wäre, wärst du jetzt noch immer hier, ich

hoffe du lässt dich feiern da oben, manchmal denke ich an unsere

zeit zurück und hätte wirklich lust dir zu sagen, wie

viel mir das bedeutet hat, ich hoffe du weisst das, ich

denke immer noch oft an dich, for the hell of it, immer noch eine

kerze und ein geflüstertes happy birthday für dich, immer noch

irgendwo das bild deines gesichts, das mehr und mehr verblasst, immer noch deine

silhouette an manchen tagen, immer noch diese

flashbacks oktober 2007 und dein lachen zwischen den

18 kerzen vor dir auf dem tisch, die zeit mit dir ein geschenk,

heute immer noch.

08/10/2017

©Sibyl Kurz

what it’s all about.

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noch einmal eine tasse kaffee auf diesem kratzigen

sofa mit dem lauten ticken der uhr als hintergrundkulisse und

hören, was du dazu zu sagen hast, zu dem allem hier und ob das, was ich

tue auch in deinen augen das richtige ist, noch einmal einen deiner

witze hören und mit dir lachen, noch einmal ein

neuer wein und sehen, wie du aus dem fenster schaust, noch einmal dein

seufzen hören, dich noch einmal umarmen und dir sagen, wie

wichtig das alles ist für mich, mein

schutzengel, ich kann dein haus nicht mehr

betreten ohne dich, das fühlt sich alles so falsch an, aus

allen wänden erklingt deine stimme, aber nicht in einer

guten art oder wenigstens noch nicht, ich weiss nicht, ob es sich

jemals okay anfühlen wird, noch

einmal betrunken werden mit dir und geheimnisse

austauschen, die dann nur uns gehören, ich kann meinen

schmerz nicht wirklich zeigen und vielleicht ist das etwas, was du mir

beigebracht hast, also, dass die verwundbarsten punkte von einem

menschen zu kennen, etwas ist, was man sich auf irgendeine art und

weise verdienen muss, hätte ich einen

einzigen wunsch frei, dann bitte einfach

noch einmal eine tasse kaffee auf diesem kratzigen

sofa mit dem lauten ticken der uhr als hintergrundkulisse und

hören, was du dazu zu sagen hast, zu dem allem hier und ob das, was ich

tue auch in deinen augen das richtige ist.

18/09/2017

„cause that’s what it’s all about, daddy“

©Sibyl Kurz

das wirkliche glück.

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den flow im leben wieder finden und

mich davon treiben lassen, der

regen peitscht gegen das fenster, hättest

du mich damals gefragt, was das wirkliche

glück im leben ist, hätte ich dir keine

antwort geben können, heute vielleicht auch

nicht so wirklich, den schmerz mit den

kohlesäureblasen des champagners ersticken und

rülpsen, wenn es niemand hört, einfach so, keine

ahnung warum, es geht so war vielleicht zu lange meine

antwort auf zu viele fragen des alltags oder des

allgemeinen rahmens im leben, die

wut ist kleiner geworden, aber manchmal zeige ich den

menschen immer noch hinter dem rücken den

mittelfinger, einfach so, keine ahnung warum, niemals

satt werden und immer hungrig bleiben nach neuem, auf-

regendem, nie zu alt für abenteuer und feuerwerk sein aber

alt genug, um den unterschied zu kennen zwischen dem

guten und dem, was sich einfach gut anfühlt, die erwartungen auf das

nächste level heben und nicht loslassen, bevor man sich die

zähne daran verbissen hat und daran glauben, dass es das

richtige gewesen sein wird, irgendwann, einfach so, keine ahnung

warum und dazwischen versuchen, nicht zu oft an das

damals zu denken, dein gesicht strahlt aus seinem

rahmen an der wand, ich weiss nicht, was das wirkliche glück ist, aber ich

weiss, wie sich’s anfühlt, wenn’s da ist und vielleicht geht es

gar nie wirklich um etwas anderes.

09/08/2017

©Sibyl Kurz

alhamdulillah.

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die zeit fliegt, sie fliegt und fliegt und fliegt und ich

manchmal nicht mit, jedes mal ist es ein

kleines wunder, dass ein tag einfach so vorbeigeht, als wäre nichts

passiert, du hättest gesagt, die welt und das

universum haben da ihre eigenen regeln, die müssen wir nicht

verstehen, wir sind ein kleiner teil des

ganz grossen, wir kreieren unser kleines leben unter den

wolken und sind zufrieden damit, das reicht, verstehst du?, und ich hätte

genickt und dir dabei zugeschaut, wie du die karten auf dem tisch ausgelegt

hättest, ich hätte es geliebt deine hände zu betrachten, die irgendwie immer

braungebrannt waren, du hättest wahrscheinlich einen

pullunder getragen und die uhr an deinem

handgelenk wäre dir seit einiger zeit etwas zu

gross gewesen, du hättest die karten betrachtet und ich

dich, du hättest geseufzt und vielleicht gesagt, was nun, und ich

hätte nicht genau gewusst, ob die frage an mich oder an die

karten gerichtet gewesen wäre, jedenfalls hätte ich mit

sicherheit etwas gekichert, weil es immer dasselbe war, aber du nie

müde wurdest davon, die uhr hätte leise getickt und die volle und

halbe stunde geschlagen, irgendwann wäre es

dunkel geworden, dann hättest du den whiskey aus dem

schrank geholt, dann hätten die richtigen gespräche angefangen, die über

dich und früher und den grossen ganzen sinn hinter dem

leben und dem universum, die

zeit fliegt, sie fliegt und fliegt und fliegt und ich

manchmal nicht mit, jedesmal ist es ein

kleines wunder, dass ein tag einfach so vorbeigeht als wäre nichts

passiert und immer wieder muss ich das denken, was ich dir

damals nicht gesagt habe, also, alhamdulillah, dass ich dich hatte.

26/07/17

©Sibyl Kurz

wreckage.

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wir haben tausend geschichten miteinander

geteilt und jede einzelne von ihnen ist

nicht so wichtig, aber als summe ergeben sie ein

ganz bestimmtes gefühl, du warst vielleicht der

furchtloseste und legendärste mensch, den ich

je gekannt habe, der letzte und einzige deiner

art sozusagen, du hast deine

hand schützend über mich gehalten, mein

ganzes leben lang, seit ich denken kann warst du

da, vielleicht fühlt es sich deswegen so seltsam an, das

alles jetzt, vielleicht aber auch, weil ich nicht mehr so

genau weiss, mit wem ich das denn nun alles

teilen soll wenn nicht mit dir, ich hab’s kapiert, weisst du, dass du mir

niemals wieder die tür öffnen wirst mit deinem

verschmitzten gesicht, dass du nie mehr wieder

meine verrückten ideen mit mir teilen wirst, mir nie mehr

wieder auf die schultern klopfen und mir sagen wirst, dass es

ganz gut ist, wenn man nicht ganz so ist wie alle anderen, weil du

doch selbst auch nie so warst, ich hab’s kapiert, also, dass du nicht mehr

zurückkommen wirst, aber irgendwas an mir kann dich nicht los-

lassen, noch nicht, vielleicht nie so wirklich, weil

wir haben tausend geschichten miteinander

geteilt und jede einzelne von ihnen ist nicht so wichtig, aber als

summe ergeben sie ein ganz bestimmtes gefühl.

13/07/17

„as for grief, you’ll find it comes in waves“ – anonymous

©Sibyl Kurz

irreparabel gebrochen.

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immer wieder deine stimme, an sich

betrachtet ist das leben nichts anderes als der

nackte wahnsinn, dich nicht mehr suchen, langsam

verstehen, dass es keinen sinn mehr ergibt, dein weisses

gesicht damals, das mein herz so

irreparabel gebrochen hat, wissen, dass es

okay ist, traurig zu sein, die

zukunft umarmen und durchstarten, weil du nichts

anders für mich gewollt hättest, dich nicht aus

meinem leben verdrängen, nur weil die

lücke unerträglich ist, sondern dir irgendwo einen

platz geben, die tatsache umarmen, dass du jetzt nur noch in der

form der erinnerung hier bist, das feuer, das dein gesicht

frisst, nicht daran denken, deine leichtigkeit dem

leben gegenüber übernehmen, auch deine

kluge art, die schattenseiten des lebens zu betrachten, nämlich als die

silhouetten von etwas anderem, grossartigem, manchmal die

arme gen himmel strecken und dir alles gute wünschen, von

jetzt an für immer, manchmal erdbeeren mit

meringuen essen für dich, der nackte wahnsinn, daddy.

11/07/2017

©Sibyl Kurz

wo anfangen?

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den kopf aufräumen bis in die schmerzhaftesten

ecken hinein, die freitagabende mit anderen

dingen und vor allem ohne dein gesicht

füllen, nicht jedes mal daran denken, was du in

gewissen situationen und zu gewissen

dingen gesagt hättest, jede nacht und jeden

morgen dein gesicht erneut verlieren, dein

verschmitztes lachen in erinnerung er-

tragen können, dich

loslassen for good, wie soll das

bloss gehen?

wo soll ich anfangen, wo

sollen die worte herkommen, die uns

gerecht werden könnten, auch nur

ansatzweise? und wieso ist da

ständig dieses seltsame gefühl, allen er-

klären zu müssen, was das war, was du

warst, wie sich dein schutz angefühlt hat, wie

tief unter der haut deine liebe sitzt und wie

beschissen nackt sich das anfühlt, also, ohne

dich hier zu sein? und ich

weiss, du hast es mir

tausendmal gesagt, „man darf sein leben nicht für

die toten leben, kleines“, aber daddy,

wo soll ich anfangen und vor

allem: wer soll ich sein?

21/07/2017

(„la vie c’est la folie,

ma chérie“)

©Sibyl Kurz

ganz zum schluss.

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über die weisse und flimmernde stadt schauen und

nichts denken, es gelang mir nicht so wirklich, die hitze war

schwer und träge und einen tag nach meiner ankunft kam die

traurigkeit zurück und mit ihr das bild deines

gesichts mit all seiner heftigkeit, der geruch von

diesem kleinen und stickigen zimmer und diese

seltsame panik beim gedanken daran, dich

niemals wieder zu sehen, ich

weiss, dass es dir gut geht oder vielleicht auch einfach

gar nicht mehr geht, weil das an deinem ort jetzt keine so

wirkliche rolle mehr spielt, aber das ist in

ordnung, also, dass ich eine weile brauchen werde, um mit

diesem bruch klarzukommen, du hast mein

leben in ein vor dir und nach dir geteilt und

irgendwann wird auch das in ordnung sein, ich

weiss das, ich weiss nur nicht, wie ich

jemals an diesen punkt gelangen soll, ich

weiss nur, dass weggehen daran nichts ändert, wir

haben das selbst immer gesagt, also, dass

wegfahren dir nur einen kleinen vorsprung gibt, aber dass dich

alles wieder einholt, irgendwann, wie

oft haben wir darüber auch gelacht, über diesen

naiven gedanken, aber vielleicht ist das diese

ironie des lebens, von der du immer gesprochen hast und die ich

nie so wirklich in irgendeiner art greifen konnte, also, dass das

leben dir das herz mit deinen eigenen

witzen bricht, ganz zum schluss.

11/06/2017

„du wirsch vergässe, sibyl, und

das isch das wo di rettet im läbe,

immer, weisch?

du wirsch vergässe, wie sech das agfüeut het,

jez hie, so allei und verlore, mini chlini.“

©Sibyl Kurz